Corona und Selbstständigkeit. Verträgt sich das?


Kann man denn jetzt wirklich gründen? So oder so ähnlich lautet die häufigste Frage von NeugründerInnen zur Zeit. Natürlich beschäftigt die Corona-Krise auch potenzielle NeugründerInnen und das ist auch gut und richtig so, denn die Berücksichtigung externer Faktoren gehört zu unternehmerischen Entscheidungen dazu.

 

Die gute Nachricht zuerst. Unsere Branche ist äußerst unempfindlich gegen Krisen. Wir befinden uns seit Jahrzehnten in einem stabilen Wachstumspfad in Absatz und Umsatz. Die Ursachen dafür sind bekannt. Technischer Fortschritt (Digitalisierung, Miniaturisierung), Entstigmatisierung und die alternde Gesellschaft sind die wesentlichen Treiber. Und es gibt keinen Grund zu glauben, dass das nicht noch mindestens 25-30 Jahre anhält, denn jetzt gerade wachsen die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in die Zielgruppe der Hörgeräte-Träger hinein. Diese Aussichten sorgen unter anderem dafür, dass immer mehr externe Investoren in die Branche drängen.

Keine größere Krise der letzten 25 Jahre konnte diese positive Entwicklung nachhaltig beeinflussen. So ist es auch diesmal. Natürlich sind während des Lockdowns im 2. Quartal 2020 die Verkaufszahlen deutlich gesunken. Aber das nachfolgende dritte Quartal war dafür das bisher beste Quartal aller Zeiten. In Bezug auf Hörgeräte gilt schlicht und einfach „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Es handelt sich nun einmal um ein Produkt, dass die Lebensqualität stark positiv beeinflusst. Der Bedarf geht nicht weg, er wird im Zeitablauf größer und kann nur durch die Versorgung mit einem Hörgerät befriedigt werden.

 

Aus meiner Sicht hat die Corona-Krise noch stärker ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig Interaktion und Kommunikation für Menschen eigentlich ist. Besseres Hören und Verstehen durch Hörgeräte überbrückt Abstände, Masken und schlechte Lautsprecher bei klassischen Telefongesprächen oder Videotelefonaten.

 

Die Corona-Krise ist also nicht entscheidend für den erfolgreichen Verlauf einer Neugründung. Viel wichtiger sind andere Faktoren. Der Standort war schon immer wichtig, aber die Bedeutung nimmt durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck noch zu. Aktives Marketing, das aus mehr als dem Einsatz eines Straßenstoppers und der Nutzung von Standard-Anzeigenvorlagen besteht, ist ein Muss. Differenzierungselemente, die dafür sorgen, dass die Auswahl des richtigen Akustikers durch den Endverbraucher nicht beliebig ist, sondern ganz zielgerichtet und nutzenorientiert abläuft, kennzeichnen auch heute schon besonders erfolgreiche inhabergeführte Akustikbetriebe. Es sind also die Themen und Methoden, die NeugründerInnen selbst steuern und umsetzen können, die über das Ausmaß des Erfolgs entscheiden, nicht die großen Probleme unserer Zeit.

(Jürgen Leisten)


Die IAS Standort-Analyse-Werkzeuge


Die Wahl des Standorts ist von großer Bedeutung für eine Neugründung. Da reicht es einfach nicht aus, sich vom Bauchgefühl leiten zu lassen, „erfahrene“ Akustiker zu fragen, sich einfach in die Nähe einer HNO-Praxis zu begeben oder davon auszugehen, dass schon alles gut werden wird. Eine fundierte Standortentscheidung setzt eine quantitative und qualitative Analyse des Standorts voraus, alles andere ist eigentlich Glücksspiel.

 

Das Tool, das wir dafür einsetzen, ist eine eigene Entwicklung und ganz genau auf die wesentlichen Standortfaktoren der Hörakustik zugeschnitten. Es handelt sich nicht um ein Standard-Programm, dass man z.B. zur Analyse von Einzelhandelsstandorten bekommen kann, denn dafür ist die Hörakustik zu speziell. Unser Tool wird jedes Jahr mit den neuesten Zahlen upgedatet, die Ergebnisse werden mit den Entwicklungen von Neugründungen verglichen und die Verlässlichkeit der Analyse so ständig überprüft.

Da wir für unsere NeugründerInnen natürlich stets potenzielle Standorte analysieren, haben wir inzwischen deutschlandweite Zahlen vorliegen. Danach gibt es mindestens 800 überschneidungsfreie Standorte, die Stand jetzt für Neugründungen von inhabergeführten Fachgeschäften sehr gut geeignet sind. Für Filialisierungen gelten etwas andere betriebswirtschaftliche Anforderungen, deshalb kennen wir hier mindestens 1200 überschneidungsfreie Standorte, die für Filialisierungen von Individualakustikern hervorragend geeignet sind.

(Jürgen Leisten)


Was ein Neugründer zu seiner Gründung sagt


Wir hatten die Gelegenheit, mit Daniel Kohl, Inhaber und Geschäftsführer vom Hörhäusle in Schorndorf über sein Gründungsprojekt in die Selbstständigkeit zu sprechen.

Redaktion:

Sie sind ein selbstständiger und inhabergeführter Hörakustik-Fachbetrieb. Erzählen Sie doch mal ein bisschen, wie es dazu kam.

Daniel Kohl:

Ich habe mich gegen Ende des Jahres 2019 für die Selbstständigkeit entschieden und mir die IAS als Einkaufsgemeinschaft ausgesucht, weil sie auch für Gründer wertvolle Hilfen zur Verfügung stellt.

Redaktion:

Wie sehen diese Hilfen denn genauer aus?

Daniel Kohl:

Es gibt nicht nur Planungstools oder Hilfen für eine optimale Standort-Auswahl. Mit Jürgen Leisten steht auch ein Mensch als Kontakt zur Verfügung, der ein fundiertes Wissen zum Thema Existenz-Gründung hat, das auf jahrelanger Erfahrung basiert. Als persönlicher Ansprechpartner war er jederzeit für mich und meine Fragen hilfreich da.

Redaktion:

Wie ging dann Ihr Gründungsvorhaben weiter?

Daniel Kohl:

Nach meiner Entscheidung zur Selbstständigkeit Ende 2019 verging die Zeit wie im Flug und Stück für Stück wurde das eigene Unternehmen umgesetzt. Und dann kam plötzlich Corona.

Redaktion:

Ja, Corona ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft aber auch in unserer Branche. Wie hat Sie diese Pandemie getroffen?

Daniel Kohl:

Die Unterstützung der IAS hat mir auch in den ersten Momente des Zweifelns sehr geholfen. Denn man war immer da, hat vortreffliche Tipps mit dem Umgang dieser Situation zur Verfügung gestellt und ich kann sagen, dass ich mich auch heute, wenn ich wüsste, dass Corona da ist, wieder selbstständig machen würde. Denn gut Hören möchte man immer, zu jeder Zeit.

 

Redaktion:

Welche Tools helfen Ihnen denn besonders im täglichen Geschäft?

Daniel Kohl:

Ich hole mal etwas aus. Das Element “Im Ohr Manufaktur” hat ungemein geholfen, denn damit zeige ich meine Im-Ohr-Kompetenz. Im lokalen Wettbewerb traut sich das hier keiner und wie wir wissen, fragen Menschen danach. Dann gibt es ja “Natural Fitting”. Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, wie zufrieden meine Kunden mit diesem einzigartigen Programmierwerkzeug sind. Ein weiterer Aspekt ist der riesengroße Fundus an Anzeigen und Vorlagen, die ja bekanntlich schon in den zahlreichen Konzept-Fachgeschäften genutzt wurden und dort für Kundenfrequenz gesorgt hatten. Oder nehmen Sie mal Sympatico: Mit dieser Hörgerätemarke werden wir von den Menschen in unserer Stadt als “sympathischer Fachbetrieb” wahrgenommen. Das ist pure Verkaufspsychologie, denn finden Menschen uns sympathisch, kommen sie zu uns und nicht zum Wettbewerb.

Redaktion:

Das klingt sehr gut und es scheint, dass Ihr Fachbetrieb auch in Coronazeiten gut funktioniert.

Daniel Kohl:

Ja, es läuft prima, ich möchte mich nicht beklagen. Ich würde es mit der Selbstständigkeit auch jetzt in Coronazeiten machen, denn ich weiß ja jetzt, dass es sehr viel Unterstützung bei der IAS gibt, die die Kunden auch in diesen Zeiten in mein Fachgeschäft bringen. Die IAS ist eigentlich keine typische Einkaufsgemeinschaft, sondern quasi eine Marketing- Gemeinschaft, die auch perfekte Einkaufskonditionen hat.

Redaktion:

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.


Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.



Zum IAS-Newsletter (klick)

Zur IAS-Webseite (klick)


 

powered by

(c) 2016 PHASE, alle Rechte vorbehalten